Tagebuch eines Bundesfreiwilligen
von Bernd Krüger
Neuester Eintrag:
Wasser für Max und ein neugeborenes Kälbchen (20.02.2012)
Die bisherigen Einträge
Bau eines Fangzauns bei den Rindern und Ausbruch der Schweine (12.01.2012)
Transport zweier Jungbullen und Schufterei auf der Feuchtwiese (15.01.2012)
Eine gewucherte Hecke und Unmengen von Totholz (16.01.2012)
Das Ende der Schweine (17.01.2012)
Der Ritt auf den Schafen und Ärger durch Wildschweine (18.01.2012)
Der Tierarzt in Aktion und weiße Galloways in der Heide (18.01.2012)
Die Ausbruchsmethoden der Skudden und ein zerstörter Zaun bei den Heckrindern (18.01.2012)
Zwei Wanderer und eine Ziege mit gebrochenem Bein (18.01.2012)
Neunzig Schafe auf der Flucht (18.01.2012)
Ziegen und Schafe, Obstbäume und Nadelbäume (19.01.2012)
Ein vermülltes Grundstück, junge Blindschleichen und eine Ringelnatter (19.01.2012)
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bau eines Fangzauns bei den Rindern und Ausbruch der Schweine (12.01.2012)
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Den ersten Arbeitstag habe ich mit Gerd bei den Rindern zugebracht. Wir haben Zäune kontrolliert und ausgebessert, Rinder von einer Koppel auf die andere umgesetzt und einen Fangzaun aufgebaut. Es war ziemlich interessant zu sehen, wie so ein Fangzaun funktioniert, das ist eine ausgeklügelte Technik. Die Arbeit war aber auch anstrengend, da einige Zaunteile enorm schwer sind.
Zwischendurch habe ich eine Kranichfamilie gesehen. Man sieht in dieser Jahreszeit häufig Kranichtrupps im Flug, auch Saatgänse.
Freitag, 14. Oktober 2011
Dieser Tag war ziemlich chaotisch. Ich wollte eigentlich im Camp in aller Ruhe eine Hecke schneiden. Aber dann sind die Schweine ausgebrochen. Sie standen plötzlich direkt vor meiner Leiter an der Hecke und grunzten mich freudig an. Nachdem ich sie wieder in ihrem Geläuf hatte, sind sie noch zweimal unter dem Zaun durchgekrochen. Ich war fix und fertig.
Dann kam René und hatte die geniale Idee, die Einzäunung für die Schweine zu verlegen, vom Nachbarzaun weg. Also haben wir den Zaun neu aufgebaut. Das hatte allerdings zur Folge, dass nun ein Zaun für die Ziegen und Schafe gefehlt hat, so dass die frei auf dem ganzen Grundstück herumlaufen konnten. Daran hatte in dem Moment keiner gedacht. Die Ziegen kommen auch leicht ganz raus und stehen dann womöglich auf der Straße.
Somit musste ich später, nachdem ich das bemerkt hatte, René noch mal am Münzfernsprecher anrufen - ein Handy hatte ich noch nicht - und dann haben wir knapp vor dem Dunkelwerden noch einen behelfsmäßigen Zaun gebaut.
Transport zweier Jungbullen und Schufterei auf der Feuchtwiese (15.01.2012)
Montag, 17. Oktober 2011
Heute habe ich unter anderem geholfen, zwei Jungbullen mit Hilfe des Fangzauns auf den Anhänger zu bugsieren und auf eine andere Koppel umzusetzen. Das hat sehr viel Geduld erfordert.
Ein Bulle wollte nicht „einsteigen“.
Hinter ihm war die Klappe zu, zurück konnte er nicht mehr,
aber vorwärts wollte er auch nicht, er hatte Angst. Unsere
kläglichen Versuche, auf dem Gitter sitzend die
Füße gegen sein Hinterteil zu stemmen und ihn so
nach vorn zu schieben, scheiterten, der Bulle schob dann erst recht
zurück, und der hat mehr Kraft. Da muss man aufpassen, dass
man die Beine rechtzeitig wieder hinter das Gitter bekommt,
sonst…
Erst der Trick mit dem Schwanz hat geholfen.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Diesmal bestand meine Aufgabe darin, auf einer Feuchtwiese Schnittgut (Seggen) zusammenzuharken und mit einer Plane zu einem Haufen zu ziehen, wegen der Bewahrung der seltenen Pflanzen. Es war sonnig, allerdings sehr windig.
Du musst dir vorstellen: Du bist ganz allein, weit und breit kein Mensch, du tappst ständig mit den Gummistiefeln im Nassen herum, musst aufpassen, dass du nicht bis zur Hüfte im Moor versinkst, harkst mühselig das Schnittgut zu Haufen zusammen und musst dann immer wieder die schwer beladene Plane fortzerren, zum Teil auch durch Wasserlöcher. Du siehst kaum, dass du voran kommst.
Aber schließlich bin ich nach fünf Stunden Plackerei doch mit der Fläche fertig geworden.
Eine gewucherte Hecke und Unmengen von Totholz (16.01.2012)
Mitte Oktober bis Mitte November 2011
In dieser Zeit habe ich meistens im Camp gearbeitet,
spät angefangen und spät aufgehört.
Kaffeetrinken war oft erst zwischen 17.00 und 17.30 Uhr. Aber zeitiger
rauszugehen hat nicht viel Sinn, früh ist es noch sehr kalt
und nass. Im Camp kommt sowieso wenig Sonne durch.
Ich habe bestimmt mehr als hundert Meter Hecke geschnitten,
alles mit der Hand, teilweise waren das sehr dicke Äste, da
musste ich die Handsäge nehmen. An die Äste, die
über den Zaun in die Nachbargrundstücke hineinragten,
war schwer ranzukommen.
Aber wenn ich nun das Ergebnis sehe, denke ich, hat sich die
Mühe gelohnt.
Neben dem Heckenschnitt war es eine Zeit lang meine Hauptbeschäftigung, Unmengen von toten Sträuchern, teilweise auch kleinere Bäume, abzusägen, zu zerschneiden und zur Feuerstelle zu schleifen. Das alles ist ein Werk der Ziegen. Hier kann man anschaulich sehen, wie effektiv die Tiere zur Entbuschung eines Geländes eingesetzt werden können. Die fressen aber auch die Rinde von den Bäumen, wo sie das auf keinen Fall tun sollen. Darauf komme ich später nochmal zurück.
Es war auch allerhand schon herumliegendes Totholz aufzusammeln, der größte Teil der Fläche wird ja hier als Weideland genutzt.. Dabei musste ich stellenweise im Morast herumwaten.
Das Ende der Schweine (17.01.2012)
Montag, 7. November 2011
Gestern sind die Schweine abgeholt worden. Ich war nicht dabei, aber
wie ich hörte, soll das Verladen eine schwierige Angelegenheit
gewesen sein. Die gehen natürlich nicht freiwillig auf den
Hänger.
Die ewige Hatz hinter den Schweinen her hat nun ein Ende. Sechsmal musste ich sie einfangen, was ich gar nicht spaßig fand. Ein Maschendrahtzaun oder ein Zaunabschnitt aus Holzpaletten ist für diese Schweine auf Dauer kein Hindernis, da kannst du noch so viel daran herumbasteln, die sind nicht dumm und finden bald heraus, wie sie ihr Gewicht einsetzen müssen, um rauszukommen.
Aber andererseits: Es waren doch interessante und zutrauliche
Tiere, eins gefleckt, eins braun. Wenn ich bei ihnen auftauchte, kamen
sie neugierig im Schweinsgalopp auf mich zu gerannt.
Sie gehörten eben mit zum Camp. Man muss sich doch erst ein
bisschen daran gewöhnen, dass sie nun nicht mehr da sind und
das Grunzen nicht mehr zu hören ist.
Der Ritt auf den Schafen und Ärger durch Wildschweine (17.01.2012)
Sonnabend, 12. November 2011
Wir haben an diesem Tag acht Schafe mit dem Hänger zu einer
anderen Koppel transportiert. Am Ende mussten wir sie mit der Leine
über einen morastigen Waldweg führen.
Leider wollen die Viecher aber nicht an der Leine laufen wie Hunde, sie springen und zerren mit größter Gewalt in alle Richtungen. Man muss die Tiere zwischen die Beine klemmen, als würde man auf ihnen reiten, und dann so mitlaufen, vorn die Leine festhalten und immer wieder von hinten drücken, weil sie in dieser für sie misslichen Lage einfach bocken.
Das war harte Arbeit, aber ein neues Erlebnis. Ein Schaf hat
sich so wild gebärdet, dass ich darüber geflogen und
mit dem Gesicht im Schlamm gelandet bin. Die Leine hatte ich aber noch
in der Hand.
Gestern habe ich einen Schwarzspecht gesehen, die sind hier nicht selten. Die Kranichfamilie sieht man auch öfters.
Dienstag, 15. November 2011
Heute musste ich den Netzzaun bei den Schafen wieder aufstellen. Den
hatten die Wildschweine einfach umgerissen und mitgeschleift. Das ganze
Zeug lag total verfitzt im Gestrüpp. Der Anblick war
äußerst unerfreulich und die Reparatur war eine
langwierige und knifflige Arbeit.
Wildschweine habe ich schon mehrmals in nächster Nähe gehört, sie machen ziemlichen Radau, aber bisher habe ich noch keins zu Gesicht bekommen.
Der Tierarzt in Aktion und weiße Galloways in der Heide (18.01.2012)
Freitag, 25. November 2011
Der Tierarzt war da und hat den Heckrindern Blut abgenommen. Eine kranke Kuh sollte eine flüssige Medizin schlucken. Obwohl es am Fangzaun eine Vorrichtung gibt, mit der die Tiere für solche Zwecke relativ unsanft am Hals eingeklemmt werden, so schütteln sie sich doch mit aller Kraft und versuchen, der Prozedur zu entgehen. Ich habe gestaunt, wie der Tierarzt das bewältigt hat. Die Sache ist nicht ungefährlich, die Heckrinder haben verdammt spitze Hörner.
Anschließend bin ich mit Gerd in die Döberitzer Heide gefahren, dort ist ein weiteres Betätigungsfeld von ihm. Die Heide war früher Militärgelände, es liegt dort auch noch einige Munition herum. Jetzt wird dort Landschaftspflege betrieben, hauptsächlich mit Galloways.
Bis zu diesem Tag dachte ich, dass Galloways schwarz sind. Aber ich habe wieder was dazugelernt. In der Heide gibt es allerhand weiße Galloways. Die haben schwarze Ohren und schwarze Schnauzen und sehen aus wie riesige Plüschtiere. Auch braune Galloways sind dort zu bestaunen.
Die Ausbruchsmethoden der Skudden und ein zerstörter Zaun bei den Heckrindern (18.01.2012)
Ende November 2011
Wenn man als Schafrasse Skudden halten will, so muss man auf einiges gefasst sein. Sie sind scheu, streicheln lassen die sich überhaupt nicht. Und sie sind immer auf Ausbrüche aus, wenn das Gras auf ihrer Weidefläche schon relativ abgefressen ist.
Im Camp haben sie mir vorgeführt, wie sie durch einen Maschendrahtzaun gehen. Sie werfen sich mehrmals mit aller Kraft seitlich gegen den Zaun, bis der Draht am Boden abreißt und sie dann durchkriechen können. Verblüffend! Später habe ich erlebt, wie sie sich durch eine sehr dichte Thuja-Hecke zwängen, egal ob sie sich dabei blutige Schnauzen oder andere Kratzer holen.
Mittwoch, 4. Dezember 2011
Es war an diesem Tag ziemlich windig. Als ich während der Kontrollrunde zu den Heckrindern kam, war die Spannung auf dem Zaun viel zu niedrig. Wegen meiner Unerfahrenheit habe ich erst mal am falschen Zaunabschnitt gesucht. Dann sah ich, dass der Draht über eine größere Strecke völlig abgerissen war. Das war vermutlich eine Kuh oder ein Bulle mit den Hörnern, weil sie sich über bellende Hunde aufgeregt haben.
Dort in der Gegend sind leider viele Leute mit Hunden unterwegs, die sie frei herumlaufen lassen, obwohl das im Naturschutzgebiet nicht erlaubt ist. Warum die direkt an der Koppel entlang gehen müssen und nicht auf dem Wanderweg bleiben...
Jedenfalls musste ich erst den Schlüssel für das Stromgerät holen, dann über die moorige Koppel zum Stromgerät laufen, Strom abschalten, zurücklaufen, Zaun reparieren und dann noch einmal hin und zurück zum Stromgerät, um wieder einzuschalten. Zwischenzeitlich war nur ein hoch liegender Stacheldraht am Zaun, da hätten die Tiere leicht durchkommen können. Aber zum Glück fürchten sie sich davor.
Zwei Wanderer und eine Ziege mit gebrochenem Bein (18.01.2012)
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Heute Vormittag war es kalt, aber kein so schlechtes Wetter. Ich hatte keine Probleme auf der Tierrunde und habe mich noch längere Zeit mit zwei älteren Wanderern unterhalten, sozusagen als NABU-Infodienst. Sie haben sich sehr dafür interessiert, wie Landschaftspflege mit Rindern funktioniert. So etwas kommt nicht oft vor.
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Im Camp hat sich eine Ziege das Bein gebrochen. Sie ist wahrscheinlich auf einen Holzstapel geklettert und dabei sind Teile davon ins Rutschen gekommen.
Nun hat sie einen Verband und muss täglich zweimal mit Medikamenten versorgt werden. Wenn ich in ihre Nähe komme, kommt sie mir zutraulich entgegen, um ihre Medizin zu schlecken. Das scheint ihr zu schmecken, ist wohl etwas süß.
Nachdem sie eine Zeit lang das kranke Bein nicht benutzt hat, läuft sie inzwischen wieder damit. Hätte ich nicht gedacht!
Neunzig Schafe auf der Flucht (18.01.2012)
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Es war Superwetter, die Tierrunde war am Anfang sehr
schön, ich bin zu den Heckrindern den Wanderweg entlang
gelaufen. Aber dann kam das dicke Ende. Als ich bei den Highland
Cattles war, sah ich unsere größte Gruppe Schafe,
ungefähr neunzig an der Zahl, quietschvergnügt am
Wassergraben stehen, in der Freiheit.
Die Instruktion von Gerd lautete: „Du musst die Schafe wieder reinbringen!“ Ich habe es leider nicht geschafft, zumal es außer der großen Herde noch zwei versprengte Gruppen gab, die ganz woanders standen, und dazwischen waren kleinere, aber tiefe Wassergräben. Das Gelände ist schlecht zugänglich. Als ich die Schafe gelockt habe, kamen sie ein Stück hinterher, dann hatten sie keine Lust mehr.
Gerd hat dann René zu Hilfe geschickt, der wusste besser, wie das anzugehen ist. Allerdings lief die Aktion nun auch nicht so, wie sie sollte. Als wir die Schafe bis zum Weg geführt hatten, sind sie, anstatt in die Koppel zu gehen, nach der anderen Seite abgebogen und haben sich ins Gestrüpp verkrochen, dort ist sehr mooriger Boden. Uns blieb gar nichts anderes übrig, als die Schafe durch das Moor wieder zurück Richtung Weg zu treiben. Sie fanden aber den Durchschlupf zum Weg nicht, so dass sie nach geraumer Zeit des Verharrens alle hintereinander über einen großen Wassergraben gesprungen und durch den ausgeschalteten Elektrozaun gekrochen sind.
Am Ende sahen die Schafe alle schwarz aus. Auch Renés helle Hose war nun nicht mehr hell, sondern ebenfalls schwarz.
Ausgebrochen sind die Skudden, indem sie einfach zwischen den Elektrodrähten durchgegangen sind, da gab es keine Zweifel. Wenn das welche vormachen, kommen die anderen hinterher. Und wenn sie einmal gemerkt haben, wie das geht, werden sie immer wieder ausbrechen, dann ist man gezwungen, sie bald woanders hinzubringen.
Durch solche Erfahrungen lernt man einiges dazu. Wenn die Schafe wieder ausbrechen sollten, könnte ich die Situation inzwischen vielleicht besser bewältigen. Aber das ist wirklich nicht einfach. Zu zweit hat man wesentlich mehr Chancen. Da kann einer locken und der andere treiben.
Ziegen und Schafe, Obstbäume und Nadelbäume (19.01.2012)
Mitte Januar 2012
Ziegen auf einer Fläche, wo Obstbäume stehen - das passt eigentlich gar nicht. Die Ziegen fressen von den Bäumen die Rinde ab und dann sind die schönen und für die Natur wertvollen Bäume hin. Wir haben versucht, die Baumstämme mit Maschendraht zu schützen, auch die Astansätze, weil die Ziegen ganz schön weit hoch kommen, wenn sie sich auf die Hinterbeine stellen. Aber man muss ständig hinterher sein und die Befestigung des Maschendrahts immer wieder ausbessern.
Dass auch Schafe bei Obstbäumen und Nadelbäumen die Rinde abfressen, das wusste ich bisher noch nicht. Aber die Schafe haben im Camp kaum noch frisches Gras und mit dem Heu, was sie bekommen, geben sie sich nicht zufrieden. Sie suchen deshalb auch immer wieder nach Möglichkeiten, um in den benachbarten Garten zu gelangen. Zweimal haben es ein paar von ihnen auch geschafft. Ich konnte den Fluchtweg nicht gleich entdecken. Aber dann habe ich gesehen, wie eins durch die dichte Thuja-Hecke gekrochen ist.
Bei den Ziegen haben wir ausgediente Weihnachtsbäume als Leckerei aufgehängt. Ratz batz waren die völlig kahl gefressen!
Ein vermülltes Grundstück, junge Blindschleichen und eine Ringelnatter (19.01.2012)
Sonnabend, 14. Januar 2012
In unmittelbarer Nähe zu den Lange-Damm-Wiesen, wo das Beweidungsprojekt durchgeführt wird, soll ein neuer NABU- Stützpunkt entstehen. Mit der Sanierung des Objekts wurde kürzlich begonnen.
Ich habe mit geholfen, auf dem total verwahrlosten und zugemüllten Grundstück aufzuräumen. Es war Müll einzusammeln, Sperrmüll und Schrott zusammenzutragen und etliche Sträucher mussten abgeschnitten werden. Eine Heidenarbeit! Aber wenn man sieht, wie es vorangeht, dann motiviert das.
Und es gab auch eine interessante Entdeckung. Beim Beseitigen einer alten Plane, unter der Holz gelagert war, inzwischen natürlich völlig verrottet, fanden wir junge Blindschleichen, so groß wie Regenwürmer, und mittendrin eine junge, aber schon etwas größere Ringelnatter, in zusammengerolltem Zustand. Was sagen die Biologen zu dieser Kombination auf engstem Raum?
Wasser für Max und ein neugeborenes Kälbchen (20.02.2012)
Anfang Februar 2012
Ende Januar kam das sibirische Kältehoch. Die Wasserstelle für die Rinder am Großen Stienitzsee war zugefroren. Wir mussten täglich ein Loch ins Eis hacken. Die Rinder haben sich aber nicht ans Wasser herangetraut. Bei dem gefrorenen, vorher aufgewühlten Boden liefen sie wie auf Stelzen. Also kamen wir nicht umhin, jeden Tag Wasser zu schöpfen und Gefäße zu füllen.
Bisher hatte ich es vermieden, ganz nahe an die Rinder heranzugehen. Jetzt war das aber nicht mehr möglich. Wenn ich mit dem Wasser ankam, standen sie schon wie eine Wand vor mir und steckten den Kopf in den Eimer, so dass ich einmal gar nicht bis zu den Gefäßen kam, sondern den Eimer abstellen musste. Der riesige Bulle Max flößt einem schon Respekt ein. Der kann sonst einhundert Meter in acht Sekunden rennen. Das schafft kein Mensch. Es war beruhigend für mich, dass er sich bei diesen Verhältnissen nur in Zeitlupe bewegen konnte. Aber er war sowieso friedlich.
Mittwoch, 8. Februar 2012
Als ich auf der Tierrunde die Kühe gezählt habe, fehlte eine. Ich bin die ganze große Koppel abgelaufen - sie war nicht zu finden. Dann habe ich im Schilf gesucht und sah sie dort liegen. Mein erster Gedanke war, dass die Kuh krank ist. Als sie aufgestanden war, kam plötzlich ein neugeborenes Kälbchen zum Vorschein. Gerd hatte mir nicht gesagt, dass mit so einem Ereignis zu rechnen war. Ich selbst hatte das nicht im Blick, das muss man erst lernen. Aber Gerd hatte den Zeitpunkt der Geburt wohl auch etwas später erwartet.
In den folgenden Tagen war das Kälbchen oft nicht zu finden. Es hat sich immer irgendwo ins Gebüsch gelegt, außerhalb der Koppel. Interessant, dass so ein kleines Kälbchen einfach durch den Elektrozaun geht. Nach einer Woche blieb es dann aber bei der Herde. Ich konnte ein paar schöne Fotos machen.
NABU Regional
NABU-Artenlexikon
Über 300 Pflanzen- und Tierporträts Mehr
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.



